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Schnarchen

Schnarchen ist ein komplexes Thema und wird vor allem bei Paaren immer wieder diskutiert. In den meisten Fällen ist Schnarchen jedoch ungefährlich und beeinträchtigt weder die Schlafqualität noch den Kreislauf oder die Atmung. Wir verraten Euch, was das Schnarchen auslöst und was Ihr dagegen tun könnt.

 

Kompensiertes Schnarchen

Das „normale“ bzw. unproblematische Schnarchen wird in der Schlafmedizin kompensiertes Schnarchen genannt. Es ist ein Sammelbegriff für die knatternden Geräusche, die während des Schlafs in den oberen Atemwegen erzeugt werden. 

Es ist von jenem Schnarchen zu unterscheiden, das bei der Obstruktiven Schlafapnoe (OSA) nach längeren Atemstillständen auftritt. Kompensiertes Schnarchen ist ein dynamischer Prozess, begünstigt unter anderem durch Übergewicht und (übermäßigen) abendlichen Alkoholkonsum sowie bestimmte Medikamente wie etwa Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Was geschieht beim Schnarchen? Vereinfacht kann man sagen, dass der Rachen (Pharynx) durch einen nicht ausreichenden Druck zusammenfällt, wodurch dann bei der Atmung der charakteristische Schnarch-Laut erzeugt wird. Der Rachen wird im Wachzustand durch dauerhafte aktive Muskelaktivität

offen gehalten und nur für bestimmte Funktionen (z. B. Schlucken) teilweise geschlossen. Diese Muskelaktivität wird durch neurale Aktivierung gesteuert, die beim Schlafen abnimmt. 

letsleep-Tipps

  • Anatomische Risikofaktoren verringern (Übergewicht, Alkoholkonsum, neural hemmende Medikamente).
  • Seitenschlaf-Position bevorzugen.
  • Abschwellende Nasensprays benutzen, um den nasalen Widerstand zu verringern.
  • Mechanische bzw. apparative Hilfen können Linderung bringen. Oftmals übernehmen die Krankenkassen die Kosten hierfür nicht. Hinzu kommt, dass sie die Schlafqualität mindern können.
  • Wenn kein Ohropax hilft: getrennte Schlafzimmer für Paare, um den Nicht-Schnarcher weniger zu stören.

Man kann sich den Rachen vereinfacht als dünne, instabile Röhre vorstellen, die zwischen zwei starren Abschnitten verläuft: Einem oberen (Mund und Nase) und einem unteren Abschnitt (Lunge und Luftröhre). Fällt bei der Atmung der Druck  in dieser dünnen und instabilen Röhre zwischen diesen beiden starren Abschnitten unter den Umgebungsdruck ab, kollabiert sie. Die vorbeiströmende Atemluft versetzt dies dann in Schwingung, wodurch das typische Geräusch entsteht. Wie bei einem Luftballon, aus dem Luft unkontrolliert ausströmt.

Da das kompensierte Schnarchen die Schlafqualität nicht beeinflusst, ist eine Behandlung meist aus medizinischer Sicht nicht notwendig. Trotzdem ist der Druck bspw. durch Partner oft groß. Wichtig: Falls Euch aber gesagt wird, dass Ihr Atemaussetzer vor dem Schnarchen habt, solltet Ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen, da dies ein Anzeichen für OSA ist.

Literatur:
Schneider, H. & Krishnan, V. (2007). Schnarchen. In H. Peter, T. Penzel & J. H. Peter (Hrsg.), Enzyklopädie der Schlafmedizin (S. 1148-1159), Heidelberg: Springer
Bilder:
pexels.com

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