Information


Nächtlicher Harndrang

Ein weit verbreiteter hartnäckiger Schlafstörer ist der nächtliche Harndrang (Nykturie). Das mehrfache Aufwachen mit anschließendem Toilettengang geht häufig mit Unzufriedenheit und schlechter Schlafqualität einher. Warum wir nachts „müssen müssen“ und was man gegen diesen Schlafräuber tun kann, lest Ihr hier.
 

Was ist normal – und was nicht?

Bei gesunden Menschen wird während des Schlafs keine Flüssigkeit verarbeitet und die Harnproduktion eingestellt. Es entsteht keine Schlafunterbrechung. Wenn Ihr jedoch abends besonders viel Flüssigkeit zu Euch genommen habt, kommt das nächtliche Wasserlassen auch bei Gesunden vor. 

Bei regelmäßigem Aufwachen durch Harndrang sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Mögliche Ursachen sind:
 

  • eine reduzierte Blasenkapazität
  • eine vermehrte Urinproduktion („Polyurie“)
  • Mischformen dieser Faktoren


Die vermehrte Urinproduktion kann unter anderem durch einen gestörten Hormonhaushalt, Herzschwäche, Venenstauung, Diabetes oder Schlafapnoe mitverursacht werden.

letsleep-Tipps

  • Tagsüber ausreichend trinken und abends rechtzeitig damit aufhören (ca. 1 Std. vor dem Zubettgehen). 
  • Vor dem Zubettgehen die Blase nochmals leeren.
  • Harntreibende Getränke wie etwa Kaffee, Tee, Alkohol oder stark zuckerhaltige Getränke vermeiden.
  • Licht im Flur und Badezimmer zwar anschalten, um Stürze zu vermeiden, aber gedämmt lassen, um nicht ganz wach zu werden. Eine angenehme Lösung: ein dezentes Steckdosen-Nachtlicht mit Bewegungsmelder.
  • Es gibt Medikamente, die die Zeitspanne zwischen dem Einschlafen und dem ersten Toilettengang verlängern. Diese aber bitte nur nach ärztlicher Absprache einnehmen!

Einfluss auf die Schlafqualität

Nächtlicher Harndrang kann ein Grund für nicht erholsamen Schlaf sein. Dieser wirkt sich stets gleich aus, egal ob er durch Harndrang oder andere Ursachen hervorgerufen wurde.

 

Körperliche Folgen von nicht erholsamem Schlaf:

  • Zunahme des Hungergefühls und damit Körpergewichts
  • Begünstigung Typ-2-Diabetes
  • Destabilisierung des Immunsystems, Infektanfälligkeit 

 

Psychische Folgen von nicht erholsamem Schlaf:

  • Geringere kognitive Leistungsfähigkeit
  • Negative Befindlichkeit und Stimmung
  • Höheres Risiko für Depression und andere Störungen

 

Besonders bei älteren Menschen besteht Sturzgefahr durch die Fortbewegung in dunkler Umgebung in müdem Zustand.

Literatur:
Tepel, M. (2007). Mineralstoffwechsel und Volumenregulation. In H. Peter, T. Penzel & J. H. Peter (Hrsg.), Enzyklopädie der Schlafmedizin (S. 755-759), Heidelberg: Springer
Bilder:
pexels.com
 

PDF herunterladen