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Das perfekte Kissen

Bis wir das Rentenalter erreichen, werden wir nicht nur viel arbeiten. Nein, wir werden bis dahin auch viel geschlafen haben – etwa 20 bis 25 Jahre lang. Führt man sich dies vor Augen, wird erst so richtig deutlich, wie wichtig eine optimale Schlafumgebung ist. Und das Kissen spielt dabei eine besondere Rolle.  

 

Das Kissen – wichtiger als viele glauben

Für einen erholsamen Schlaf ist das richtige Kissen unabdingbar. Es entspannt und unterstützt zugleich unseren Nacken und Rücken. Verspannungen können reduziert werden. Auch Kopfschmerzen lassen sich so vermeiden. Und all das hat zur Folge, dass unsere Schlafqualität steigt. Dabei ist zu beachten: Kissen und Matratze gehören eigentlich immer zusammen. Je härter eine Matratze ist, desto weniger sinkt unser Körper ein; umso höher kann also das Kissen sein. Im Umkehrschluss gilt: Je weicher die Matratze, desto flacher kann das Kissen sein. 

Auch die Schulterbreite spielt für die Höhe des Kissens eine Rolle – vor allem für Seitenschläfer. Je breiter unsere Schultern sind, desto höher sollte das Kissen für Seitenschläfer sein, da die Ohren bei Personen mit breiten Schultern weiter von der Matratze entfernt sind. Die deutschen Standardmaße für Kissen von 80 x 80 cm sind ergonomisch nicht zu empfehlen. Denn bei diesen quadratischen, großen Maßen befindet sich „zu viel Kissen“ unter der Schulterpartie. Und für den Schulterbereich hat eine gute Matratze extra Einsparungen. Stattdessen empfehlen wir lieber ein schmaleres Kissen mit den Maßen 60 x 80 cm oder 40 x 80 cm. Solltet Ihr dann alte, größere Kissenbezüge nutzen wollen, könnt Ihr diese zumindest umnähen.

Für jede Schlafposition gibt es spezielle Kissen, die die Wirbelsäule und den Nacken besonders gut stützen. Insgesamt gilt aber: Wer Nackenprobleme hat, sollte ein Kissen mit mehr Stützkraft ausprobieren. 

Wusstest Du schon?

Mit Deinem eigenen Kissen schläfst Du in fremder Umgebung voraussichtlich besser.

Rückenschläfer

Die Rückenschläfer unter Euch sollten ein flaches Nackenstützkissen verwenden. Die erhöhten Ränder unterstützen den Nacken und der Hinterkopf liegt weich. Zudem sollte die Wirbelsäule bei Rückenschläfern nicht abknicken oder überstreckt werden: Das Kinn sollte den Brustkorb nicht berühren. Bei Nackenstützkissen solltet Ihr auf die richtige Höhe achten, so dass die Wirbelsäule gerade liegt. 
 

Seitenschläfer

Bei Seitenschläfern sollte das richtige Kissen die Wirbelsäule gerade halten: Nase und Bauchnabel haben optimalerweise den gleichen Abstand zur Matratze. Spezielle Seitenschläfer-Keilkissen sollten mit der breiten Seite zum Körper gelegt werden, um den Nacken möglichst zu entlasten. Andere Kissen für Seitenschläfer haben Aussparungen für die Schulter. Die Seitenschläfer unter Euch, die mit angewinkelten Beinen schlafen (Embryo-Position), sollten zwischen die Knie ein flaches Kissen legen. Dadurch reduziert sich die Belastung für Hüfte und Knie. Auch Stillkissen, die eigentlich der Stabilisierung der Körperhaltung von Müttern beim Stillen dienen, können von Seitenschläfern verwendet werden. Da diese recht lang und U-förmig sind, bieten sie gleichzeitig auch noch die Möglichkeit, das obere Knie zu stützen und die Hüfte zu entlasten. 

Bauchschläfer

Ergonomisch betrachtet können wir Euch die Bauchschlafposition nicht empfehlen. Für Bauchschläfer gibt es dennoch spezielle Kissen, die besonders flach sind, um die Wirbelsäule nicht noch mehr zu überstrecken. Da die wenigsten Bauchschläfer die ganze Nacht auf dem Bauch schlafen, ist ein Kissen empfehlenswert, das bei Wechsel in eine andere Position noch genügend Stützkraft leistet.

Grundsätzlich solltet Ihr jedoch nicht nur auf die Form des Kissens achten. Auch bei der Wahl der Füllung könnt Ihr viel richtig oder falsch machen. Es gibt Körnerfüllung, Daunen, Federn oder synthetische Funktionsfasern. Die Körnerfüllung hat nicht so eine starke Stützleistung und raschelt häufig. Daunen haben auch eine eher eingeschränkte Stützwirkung. Zusammen mit Federn in sogenannten 3-Kammer-Kissen sind sie aber besonders für Leute geeignet, die die Schlafposition ändern. Zudem sind sie sehr weich und kuschelig. 

letsleep-Tipps

  • Nehmt Euch Zeit für den Kauf des richtigen Kissens und gebt ggf. auch etwas mehr Geld aus.
  • Macht Euch klar, ob Ihr zu den Rücken-, Bauch- oder Seitenschläfern zählt. Hier kann ein kurzes Morgenprotokoll über mehrere Wochen weiterhelfen.
  • Testet das Kissen ausgiebig und macht ggf. von Eurem Rückgaberecht Gebrauch. 
  • Habt beim Kissenkauf die Daten Eurer Matratze zur Hand, damit das Kissen darauf abgestimmt werden kann.
  • Man braucht Eingewöhnungszeit. In den ersten Wochen mit einem neuen Kissen ist eine Art Muskelkater normal. Wenn dieses Unwohlsein nach einem Monat immer noch auftritt, solltet Ihr ein anderes Kissen suchen.

Synthetische Funktionsfasern wie in Memory Foam sind sehr bequem und sowohl für Seiten- als auch für Rückenschläfer empfehlenswert. Gerade die Seiten- und Bauchschläfer unter Euch sollten zu so einem nicht komprimierbaren, aber formbaren Füllmaterial greifen, um Kopfschmerzen und Muskelverspannungen vorzubeugen.

Und noch ein letzter Hinweis von uns: Das perfekte Kissen sollte auch atmungsaktiv sein, denn während des Schlafes verliert Ihr Flüssigkeit. Zudem sollte das Kissen 2-4 Mal im Jahr gewaschen werden. Da es seine Stützwirkung verliert, empfehlen wir Euch alle 4-5 Jahre einen Neukauf. 

Literatur:
Hack, A. (2001). Beschwerden der oberen Wirbelsäule Teil 2: Auswirkungen der Seiten-und Bauchlage im Schlaf auf die Beschwerden, die von der oberen Wirbelsäule und den Rippen ausgehen, und Abhilfemaßnahmen. Manuelle Medizin, 39(2), 62-65. 
Persson, L. (2006). Neck pain and pillows – A blinded study of the effect of pillows on non-specific neck pain, headache and sleep, Advances in Physiotherapy, 8(3), 122-127.
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