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Fragen & Antworten

Nicola, 28:
Stimmt es, dass wir mindestens acht Stunden Schlaf pro Tag brauchen?

Dr. Fabian Krapf:

Liebe Nicola, nein, das stimmt so nicht. Die meisten Schlafexperten empfehlen zwischen 6 und 8 Stunden Schlaf pro Tag. Wir Menschen haben unterschiedliche Schlafbedürfnisse. Manchen von uns reichen sogar gerade einmal 5 Stunden Schlaf pro Tag, andere benötigen 10 Stunden.

Schlafen wir jedoch dauerhaft weniger als es unserem eigentlichen Bedürfnis entspricht, kann dies negative Auswirkungen auf unser Immunsystem und die Psyche haben.

 

Ursula, 49:
Ich habe gehört, der Schlaf vor Mitternacht sei besonders wichtig. Berufsbedingt schaffe ich es aber meist erst später ins Bett. Ist das schlimm?

Dr. Utz Niklas Walter:

Liebe Ursula, nein, das muss nicht unbedingt schlimm sein. Denn heute weiß man, dass die Theorie, der Schlaf vor Mitternacht sei besonders wichtig, überholt ist. Für die Regeneration sind insbesondere die Tiefschlafphasen entscheidend – und diese kommen vor allem in der ersten Nachthälfte vor. Bei Menschen, die früh zu Bett gehen, überschneidet sich diese Zeit dann tatsächlich mit den Stunden vor Mitternacht – woher dieser Irrtum auch kommt. Wenn Du aber erst nach Mitternacht schlafen gehst, ist das an sich nicht tragisch, sofern Du Dich am nächsten Tag ausgeruht fühlst.

Solltest Du Dich im Tagesverlauf jedoch häufiger matt fühlen, dann könnte dies ein Indiz dafür sein, dass Du eine Lerche (Frühtyp) bist. Dann wäre es tatsächlich sinnvoller, früher ins Bett zu kommen, wenngleich das in Deinem Fall wegen Deines Berufs natürlich schwierig ist.

 

Frank, 42:
Ich wache nachts häufig auf. Ist das normal?

Dr. Fabian Krapf:

Lieber Frank, wir alle wachen nachts mehrfach auf, oftmals jedoch nur so kurz, dass wir uns morgens nicht daran erinnern können. Das ist unbedenklich. Solltest Du jedoch nachts häufiger wachliegen und recht lange brauchen, um wieder einzuschlafen, dann könnte das auf eine Durchschlafstörung hinweisen. In der Schlafforschung spricht man von einer Durchschlafstörung, wenn Du über einen längeren Zeitraum mehrmals pro Woche mindestens 30 Minuten nachts wachliegst und nicht wieder einschlafen kannst.

Was wäre in diesem Fall zu tun? Hierauf gibt es keine einfache Antwort. Sollten unsere Schlaftipps nicht weiterhelfen, könnten wir den Ursachen im Rahmen unseres Online-Coachings oder einer Skype-Sprechstunde gemeinsam auf den Grund gehen.

 

Mats, 26:
Kann man eigentlich vorschlafen, um in den darauffolgenden Nächten mit weniger Schlaf auszukommen?

Dr. Utz Niklas Walter:

Hier muss ich Dich und uns alle leider enttäuschen, lieber Mats. Das geht leider nicht, wenngleich wir uns das manchmal wünschen würden. Allerdings: Vorschlafen am Abend, um in der darauf liegenden Nacht produktiver zu arbeiten oder um die Häuser zu ziehen, das geht tatsächlich. Hier sollte man jedoch darauf achten, dass das Vorschlafen 2 Stunden oder länger andauert. Dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass man zumindest eine Tiefschlafphase durchlaufen hat, die wichtig für die Regeneration ist.

Solltest Du hingegen direkt aus dem Tiefschlaf erwachen, kann das einen gegenteiligen Effekt haben. Dann fühlst Du Dich danach eher schlapp und „erschlagen“ – und das kann die ganze Nacht anhalten. Also, Du siehst: Auch richtig vorzuschlafen, will gelernt sein.

 

Sonja, 56:
Nachts schlafe ich oft schlecht ein und liege lange wach. Soll ich Mittagsschlaf halten, um dadurch ausreichend Schlaf zu bekommen?

Dr. Utz Niklas Walter:

Liebe Sonja, nein, ein Mittagsschlaf wäre für Dich nicht die richtige Wahl. Denn Schlafpausen am Nachmittag – ob kurz oder lang – können dazu führen, dass Du am Abend erst sehr spät müde wirst. Gehst Du dann zu früh ins Bett, wirst Du erst recht wachliegen und nur schwer einschlafen. Das wiederum kann dazu führen, dass Du Dich am nächsten Tag nicht ausgeschlafen fühlst und erneut das Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf hast. Ein kleiner Teufelskreis beginnt.

Daher raten wir Dir: Verzichte auf das Schlafen im Tagesverlauf, so lange Du abends schlecht einschläfst und lange wachliegst. Wir sollten aber auch prüfen, ob Du nicht grundsätzlich zu früh ins Bett gehst. Das könnte eine mögliche Ursache für Deine Einschlafprobleme sein. Zudem haben wir im Bereich Schlaftipps einige Tipps bereitgestellt, die Dir beim Einschlafen helfen können.

 

Pasquale, 37:
Kann es sein, dass ich nicht träume?

Dr. Fabian Krapf:

Lieber Pasquale, ehrlich gesagt, ist das ziemlich unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist es, dass Du zwar träumst, Dich aber tags darauf einfach nicht mehr erinnern kannst. Das wäre ein Zeichen für einen ziemlich tiefen Schlaf und kein Grund zur Beunruhigung. Denn tatsächlich ist es so, dass sich vor allem Menschen mit einem leichteren Schlaf an ihre Träume erinnern, wohingegen sich Tiefschläfer oftmals eher schwertun.

Allerdings ist das Erinnern erlernbar und manchmal reichen auch Stift und Papier auf dem Nachttisch, um sich nachts rasch etwas zu seinen Träumen zu notieren, bevor das Vergessen einsetzt. Das kannst Du ja einmal ausprobieren, wenn Du Gewissheit haben möchtest. Wir haben übrigens auch ein Infoblatt zu Träumen und Albträumen erstellt. Dieses findest Du im Bereich Schlaftipps. 

 

Leon, 21:
Manchmal zucken meine Arme oder Beine, bevor ich einschlafe. Ist das schlimm?

Dr. Fabian Krapf:

Lieber Leon, dieses plötzliche Zucken beim Einschlafen kennen wir alle. Ich gebe zu, dass ich es auch immer wieder mysteriös finde. Du kannst aber beruhigt sein: Das ist ganz normal. Wie Du vielleicht weißt, ist unsere Muskulatur während des Schlafens erschlafft. Das ist wichtig, denn sonst würden wir womöglich im Schlaf das ausführen, was wir träumen. Während wir einschlafen wird der entsprechende Impuls zur Muskelentspannung aus dem Gehirn über das Rückenmark in den Körper geschickt.

Die Zuckungen, die Du spürst, kannst Du Dir wie kleine Fehlzündungen bei einem Motor vorstellen. Sie entstehen beim „Herunterfahren“ und sind absolut harmlos. Lediglich wenn sich Deine Beine beim Einschlafen dauerhaft bewegen und Du sie nicht stillhalten kannst, könnte eine Bewegungsstörung vorliegen, die ärztlich begutachtet werden sollte.

 

Erin, 47:
Was bedeutet eigentlich „gesund schlafen“ genau?

Dr. Utz Niklas Walter:

Das ist eine gute Frage, liebe Erin. Eine allgemeingültige Definition ist mir nicht bekannt. Ich kann Dir aber sagen, welche Merkmale erholsamen Schlaf auszeichnen. Dazu zählen: kurze Einschlafzeit, Durchschlafen ohne langes Wachliegen, nicht übermäßig frühes Erwachen und keine dauerhafte Tagesmüdigkeit. Etwas wissenschaftlicher könnte man auch sagen: Erholsamer Schlaf ist dann am wahrscheinlichsten, wenn sich Leichtschlafphasen, Tiefschlafphasen und REM-Schlafphasen regelmäßig wiederholen und nicht durch ein zu langes Erwachen unterbrochen werden.

Wenn Du mehr zu den Schlafphasen erfahren willst, empfehle ich Dir einen Blick in unsere Sammlung an unterschiedlichen Schlaftipps.

 

Stephan, 54:
Ich habe rezeptpflichtige Schlafmittel ausprobiert. Zwar habe ich tatsächlich etwas mehr geschlafen, aber morgens war ich richtig fertig. Vertrage ich die Mittel nicht?

Dr. Fabian Krapf:

Lieber Stephan, was Du beschreibst, klingt eher nach dem sogenannten Hangover-Effekt. Wie bei einem alkoholbedingten Kater, der einen tags darauf quält, sind auch bei Schlafmitteln mitunter Nachwirkungen zu spüren. Das kommt daher, dass viele der schlaffördernden Inhaltstoffe nur sehr langsam vom Körper abgebaut werden. Sie wirken also am Folgetag noch nach, was Abgeschlagenheit und Müdigkeit verursachen kann.

Grundsätzlich raten wir im Hinblick auf den Schlafmittelkonsum zu allergrößter Vorsicht: Diese Medikamente sollten ausschließlich in Absprache mit dem Arzt und maximal für 14 Tage eingenommen werden. Missbrauch kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und zudem in eine Abhängigkeit führen.

 

Helena, 45:
Ich habe den Eindruck, dass mein Mann stärker schnarcht, wenn er etwas getrunken hat. Kann das sein?

Dr. Utz Niklas Walter:

Ja, das kann sogar sehr gut sein, liebe Helena. Unter Alkoholeinfluss reduziert sich die Muskelspannung im gesamten Körper – und damit auch in den oberen Atemwegen. Dadurch werden Luftröhre, Gaumen und Rachenbereich etwas enger, weil deren Wände weniger unter Spannung stehen.

Das sorgt dafür, dass beim Atmen der gesamte Bereich stärker in Vibration geraten kann. Dabei entstehen mitunter laute Geräusche: das uns allen bekannte Schnarchen.

 

Peter, 62:
Woran kann es liegen, wenn man nicht schlafen kann?

Dr. Utz Niklas Walter:

Lieber Peter, diese Frage in aller Kürze zu beantworten, ist natürlich nicht ganz einfach. Ich versuche es dennoch: Schlafprobleme können viele unterschiedliche Ursachen haben. Körperliche Ursachen wie Schmerzen, Erkrankungen, Hormonschwankungen etc. können uns den Schlaf rauben. Ebenso können psychische Ursachen wie bspw. Ärger, Stress, Angst etc. hierfür verantwortlich sein. Auch äußere Einflüsse wie etwa ungünstige Lichtverhältnisse und Geräuschquellen im Schlafzimmer, der Konsum von Koffein, Nikotin oder bestimmten Medikamenten können dazu führen, dass wir schlecht schlafen.

Oftmals treten verschiedene Ursachen auch gleichzeitig auf, was die Behandlung von Schlafstörungen schwierig und auch langwierig macht. Unser Kurztest und unser wissenschaftlicher Fragebogen, auf dem unser Online-Coaching basiert, können helfen, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

 

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